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01.03.2010, 07.59 - 434 Zugriffe - PDF-Druckversion
Hotel Pflum
Solidarität mit den angeklagten Antifas aus Nürtingen!

Im Februar letzten Jahres fand im Hotel Pflum in Nürtingen eines der monatlich abgehaltenen Treffen des "Deutschen Kreis 1972 e.V." statt. Diese Vereinigung ist ein Ableger des faschistischen "Deutschen Seminars" dessen Vorsitzender der Altnazi Walter Staffa aus Nürtingen ist. Der "Deutsche Kreis", ein vorwiegend aus Senioren bestehender Verein, unterhält gute Kontakte zu Vertriebenenverbänden, verschiedenen Burschenschaften, HDJ Mitgliedern und der NPD. Bei besagtem Treffem wurde die Ex-NPD Funktionärin Jutta Retz als Referentin eingeladen. Thema sollte der damals bevorstehende und durch antifaschistische Proteste erfolgreich verhinderte rechtspopulistische "Anti-Islamisierungskongress" in Köln sein. Bei dem Treffen waren etwa 50 Nazis aller Altersgruppen anwesend.

An selbigen Abend machten sich etwa 70 AntifaschistInnen von der Nürtinger Innenstadt aus mit Transparenten und Parolen auf den Weg zum Veranstaltungsort, um gegen das Nazitreffen zu demonstrieren. Vor dem Hotel wurden lautstark Parolen skandiert um die Veranstaltung nachdrücklich zu stören. Beim Versuch engagierter GegendemonstrantInnen, den Protest direkt in das Hotel zu tragen, wurden diese von jüngeren Nazis aus dem Umfeld des Witikobundes, eines faschistischen Vertriebenenverbandes, gewaltsam zurückgedrängt. Im Zuge der Rangeleien vor dem Gebäude sind schließlich einige Fensterscheiben des Tagungssaales der Faschisten zu Bruch gegangen.
Noch bevor die herbeigerufenen Bullen das Hotel erreichten, haben sämtliche GegendemonstrantInnen den Ort des Geschehens wieder verlassen.

Wenige Wochen später folgten mehrere willkürliche Hausdurchsuchungen im linksalternativen Nürtinger Wohnprojekt "Villa Galgenberg", in deren Folge 4 Verfahren wegen der Proteste gegen das Nazitreffen im Hotel Pflum eingeleitet wurden. 2 davon wurden sofort wieder eingestellt, die übrigen 2 sollen nun vor dem Amtsgericht in Nürtingen verhandelt werden.

Hier wird wiedereinmal deutlich, wie der Staat mit einem konsequenten und effektivem Antifaschismus umzugehen vermag: Mit willkürlicher Repression gegen Einzelne, gezielter Einschüchterung und Schnüffeleien in unserem Umfeld.
Wir werden es uns trotz diesen staatlichen Angriffen auch weiterhin nicht nehmen lassen, rechten Zusammenkünften konfrontativ zu begegnen und derartiges Treiben ins Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Den Nürtinger Antifaschisten gebührt praktische Solidarität - sie stehen exemplarisch für unseren gemeinsamen Kampf vor Gericht!

Unterstützen wir die angeklagten Genossen aus Nürtingen gemeinsam!
Kommt zu den Prozessterminen am 2. und 3. März zum Nürtinger Amtsgericht und macht deutlich, dass sie nicht alleine sind!

Treffpunkte: 2. und 3 März jeweils ab 8:30 Uhr am Amtsgericht Nürtingen

Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart
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