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09.03.2010, 14.56 - 657 Zugriffe - PDF-Druckversion
Stadt Leonberg will alle Jugendhäuser schließen!

Um Geld zu sparen hat die Leonberger Stadtverwaltung vorgeschlagen,
alle Leonberger Jugendhäuser zu schließen.

Dabei handelt es sich um:

Beat Baracke Leonberg
Treff Warmbronn
Werkstatt 13 Gebersheim
Kinder- und Jugendhaus Höfingen
Cafe Siesta Leonberg

Dies kann nicht hingenommen werden!
Wer nicht in die Jugend investiert, verbaut sich die Zukunft!
Gegen die Schließung der Jugendhäuser!

Hier das Statement des Jugendhausvereins Leonberg e.V.:

In großer Fassungslosigkeit und mit völligem Unverständnis mussten wir am Freitag den Vorschlag der Leonberger Verwaltungsspitze zur Kenntnis nehmen,
alle Leonberger Jugendhäuser zu schließen und die dort angestellten Mitarbeiter kalt lächelnd und absolut nicht "sozialverträglich" zum 01.10.2010 zu entlassen.

Seit 1974 hat die Stadt Leonberg die offene Jugendarbeit in Leonberg stets bedarfsgerecht gefördert.
Erfolgte dies, weil jedes Jahr Geld übrig war und die Stadt nicht wusste, wohin damit?
Nein. Der wahre Grund lag natürlich darin, dass mit diesen Investitionen in präventive offene Angebote Folgekosten in Form von Heim- und in den schlimmsten Fällen Gefängnisunterbringung vermieden wurden und so ein nachhaltiger Nutzen für die Kinder und Jugendlichen unserer Stadt und somit für die Allgemeinheit
erzielt wurde. Und weil diese offenen Angebote natürlich nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz vorgeschrieben sind.

2005 wurde der bestehende Bedarf für offene Angebote an die Kinder und Jugendlichen in Leonberg sogar noch einmal von der Stadtverwaltung umfassend ermittelt und "offiziell"festgeschrieben.
Zu dessen Deckung wurde eine europaweite Ausschreibung durchgeführt. Ergänzend sei bemerkt: Seither ist der Bedarf für offene Jugendhilfeangebote eher noch gestiegen denn gesunken.

Die Verwaltungsspitze macht nun in voller Kenntnis über die in den vergangenen Jahren erzielten außerordentlichen Erfolge der offenen Jugendarbeit in Leonberg einen solchen Streichungsvorschlag.
Wohl wissend, dass sie damit bewusst die sozial schwächeren und ohnehin schon Benachteiligten mit voller Härte trifft. Sie spekuliert darauf, dass die Kinder und Jugendlichen und deren zum Teil nicht gerade "bessergestellten" Eltern einen "schwachen" Gegner ohne große Lobby bilden und sich schon nicht allzu sehr wehren werden. Und die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind ja noch keine Wähler.

Die Folgen der Streichung in Form von steigenden Kosten bei der Heimunterbringung und bei den sonstigen, sehr kostenintensiven erzieherischen Hilfeangeboten zahlt ja dann der Landkreis. Dass damit obendrein das Leben der Betroffenen zerstört sein kann, scheint gleich gar keine Rolle zu spielen, es
geht ausschließlich ums liebe Geld. Das ist kalt und menschenverachtend und durch nichts zu entschuldigen, schon gar nicht "nur" durch eine momentan schlechte Haushaltslage. Hier scheint jeder Anstand und jedes Gespür für die Verhältnismäßigkeit der Mittel, um den Haushalt auszugleichen, verlorengegangen
zu sein.

Selbst alle Experten für den Bereich Jugendhilfe innerhalb der Stadtverwaltung sind sich der Wichtigkeit der offenen Jugendarbeit voll bewusst.
Auch die Gesetzeslage laut Kinder- und Jugendhilfegesetz ist eindeutig und diametral zum Vorschlag der Verwaltungsspitze. Es bleibt daher zu hoffen, dass sich
innerhalb der Stadtverwaltung die eigentlich reichlich vorhandene Sachkenntnis durchsetzen darf und die von Einzelnen immer wieder bewusst gestreute Lüge, die Förderung der offenen Jugendarbeit wäre eine "Freiwilligkeitsleistung", endlich eingestellt wird.

Die Kinder und Jugendlichen in Leonberg können nun nur noch weiterhin auf die Vernunft der Leonberger Gemeinderäte vertrauen, die 2005 den Bedarf für die offene Jugendarbeit und die damit einhergehende Ausschreibung beschlossen haben und die daher hoffentlich folgerichtig diesen unsinnigen Vorschlag der Verwaltung jetzt ablehnen werden.

Der Vorstand und die Mitarbeiter des Jugendhaus Leonberg e.V

weiter Links zum Thema:

Umfrage: »http://www.leonberger-kreiszeitung.de/

"Jugendhäuser sind per Gesetz Pflichtaufgabe": »http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2414065_0_9223_--quot-jugendhaeuser-sind-per-gesetz-pflichtaufgabe-quot-.html
Kommentare
11.03.2010, 02.34 - Juze
Kundgebung
am Montag dem 15. März gibts ne fette Kundgebung!
Ort: Neues Rathaus Leonberg, Belforter Platz (nahe Leo Center)
Beginn: 16.30 Uhr

Ist wichtig, dass wir so viel wie möglich sind und der Stadt mal richtig einheizen!

Beat Baracke bleibt!
Treff Warmbron bleibt!
Cafe Siesta bleibt!
Werkstadt 13 bleibt!
Jugendhaus Höfingen bleibt!
.....................................................

bis Montag!
11.03.2010, 07.19 - unbekannt
WIR WEHREN UNS!
hammer hart ! und dann wundert man sich noch warum jugendliche mit wodkaflaschen draußen auf den straßen sitzen.wenn jetzt auch noch die einzigen anlaufstellen für jugendliche in leonberg und umgebung geschlossen werden sollen,dann weiß ich nicht ob sich die kriminalitätsrate groß verbessern wird!wir als jugendliche sind nicht an den geldproblemen der stadt schuldig und wir haben sehr wohl etwas mitzubestimmen! wir wollen unsere jugendhäuser behalten! spart euer geld wo anders ein aber nicht so!
14.03.2010, 13.45 -
so ein schwachsinn
Da wissen wohl ein paar anzugträger nicht was auf der strasse so los ist. jugendhäuser sind die letzten und einzigen anlaufstellen die den kids dann genommen werden.
15.03.2010, 15.43 - lustig
Die einzigsten, welche die Schließung der Jugendhäuser begrüßen scheinen wohl die Faschisten zu sein!
von der NPD Stuttgart Seite, einige Zeilen völligen Schwachsinns:

Kreisrat Nowak begrüßt die Schließung von Antifa-Jugendhäusern!

(Leonberg) Der Gemeinderat der Stadt Leonberg will, um Kosten zu sparen, alle seine Jugendhäuser schließen. In einer ersten Stellungnahme begrüßte NPD-Kreisrat diesen Schritt. Nowak: “Jetzt ziehen die Verantwortlichen endlich einen Schlußstrich unter das Kapitel ‘Offene Antifaarbeit’ in ihrer Stadt.”

Und: “In unseren Großstädten sind Jugendhäuser zu Horten krimineller sogenannter Antifaschisten verkommen. Unpolitische, normale Kinder und Jugendliche können dort keine Geborgenheit oder Jugendhilfe bekommen, weil die Jugendhäuser zu Brutstätten antideutscher Agitation geworden sind.”

“Echte Jugendarbeit”, so Nowak, “müsse Jugendliche für das selbständige Leben nach der Schule und Ausbildung formen und zu verantwortungsvollem Handeln ermutigen.”

Selbstredend heulen sich die betroffenen antifaschistischen Heulsusen aus und jammern darüber, daß nun der Landkreis die Kosten für “Heimunterbringung” und “Jugendgerichtshilfe” zahlen müßte. Nicht zu vergessen sei, daß die nun ohne Jugendhaus stehenden Jugendlichen eine erhöhte Gefahr für die öffentliche Ordnung, bzw. für Leib und Leben sind und dadurch für viele eine nicht “sozialadequate” Gefängnisunterbringung angebracht sein wird.

Damit bestätigen sie, daß auch wenn die Stadt das Geld ausgeben wollte, dies eine (weitere) Finanzierung krimineller Banden wäre.
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