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18.07.2010, 08.41 - 455 Zugriffe - PDF-Druckversion
Transparent
 
Kundgebung
 
Infotisch
 
Vorbeifahrendes Naziferkel
 
Raucherpause Bulle und Fascho beim Tratsch
Bericht über Antifa-Kundgebung und Naziangriff in Leonberg mit Bildern

Am Samstag, den 17.Juli. 2010 haben wir, die Antifaschistische Initiative Leonberg (AIL), gemeinsam mit einigen engagierten AntifaschistInnen eine Kundgebung mit Infotisch vor der Römergalerie in der Leonberger Innenstadt organisiert.
Die AIL gründete sich im Frühjahr 2010 um den Naziumtrieben in und um Leonberg offensiv entgegenzuwirken. In den letzten Jahren kam es zu einigen gewalttätigen Übergriffen von Neonazis auf MigrantInnen und AntifaschistInnen. Beispiele hierfür ist das Rutesheimer Fleckenfest 2007, auf dem Nazis Jugendliche mit Straßenschildern etc. brutal verprügelten. Im Mai 2008 wurde eine Migrantin mit ihrem Freund auf dem Weissacher Partnerstadtfest von mehreren Nazis krankenhausreif geschlagen.
Der letzte antifaschistische Infotisch in Leonberg im Januar dieses Jahres wurde ebenfalls von Neonazis versucht zu stören und am Rande griffen sie einige Antifaschisten an und rissen diesen die Buttons ab.
Jetzt am 17. Juli wurden gegen Ende unserer Veranstaltung Flaschen in Richtung der Rednerin des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Stuttgart und Region (AABS) von zwei Nazis geschmissen. Daraufhin reagierten einige TeilnehmerInnen der Kundgebung und verfolgten die zwei Flaschenwerfer. Doch plötzlich stürmten weitere Nazis aus den Gebüschen heraus. Sie waren mit Pfefferspray und silbernen Baseballschlägern bewaffnet, zogen sich dann aber ohne jemanden verletzt zu haben, zurück. Kurz darauf wurden fünf der Nazis mit ihren Baseballschlägern von der Polizei festgenommen. Die Kundgebung wurde noch kurz fortgesetzt und dann wie geplant für beendet erklärt. Schon zu Beginn provozierte ein Nazi aus einem Auto heraus die Kundgebung und schon vor der Kundgebung liefen spätere Naziangreifer mit u.a. "Good Night Left Side" Pullover durch Leonberg. Bis auf den Störangriff der Leonberger Nazis lief die Kundgebung sehr gut, es gab einige interessante Gespräche und hunderte Flugblätter wurden verteilt. Es wurden zwei verschiedene Reden, eine der Antifaschistischen Initiative Leonberg (AIL) und eine von dem Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS), gehalten.
Als AntifaschistInnen nach der Kundgebung vor dem Polizeirevier aufhielten, in dem die Nazis waren, wurden sie von einer Polizeibeamtin weggeschickt. Vor dem Polizeirevier stand einer der Nazitäter lachend mit einem Polizeibeamten und anscheinend konnte er in Ruhe seine Zigarette genießen. Eine solche Frechheit von der Polizei, dass gewaltbereite Faschisten, die mit Baseballschlägern, auf teils minderjährige AntfaschistInnen losgehen, nicht auf ernsthafte Art und Weise behandelt werden, können wir nicht akzeptieren. Bei vergleichbaren angeblichen Angriffen wurden Jugendliche mit der Anschuldigung des versuchten Mordes in Untersuchungshaft gesteckt . Die Leonberger Polizei ist hier aber auf dem rechten Auge blind. Als die AntifaschistInnen die Straße des Polizeireviers verließen, grinste der Polizeibeamte, der sich mit dem Neonazi freundschaftlich unterhielt, diese gehässig an und winkte ihnen höhnisch zu.
Diese Kundgebung ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie wichtig antifaschistisches Engagement hier in Leonberg und überall notwendig ist. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen und den Nazis weiterhin auf allen Ebenen mit allen legitimen Mitteln entschlossen entgegentreten und uns für eine solidarische Gesellschaft ohne Fremdenhass und Diskriminierung einsetzen.

Alerta Antifascista !!

Antifaschistische Initiative Leonberg (AIL)
Kontakt: ail-info@gmx.de

Bilder und verteilte Flugblätter der Kundgebung im Anhang
Kommentare
20.07.2010, 02.53 -
Antifaschisten angegriffen (Artikel aus der Stuttgarter Zeitung)
»http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2563763_sz_hier_artikel_1092_-antifaschisten-angegriffen.html?_suchtag=2010-07-20
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Antifaschisten angegriffen

Leonberg Rechtsradikale machen Randale gegen Kundgebung in der Stadt. Von Michael Schmidt

Bei einer Kundgebung einer neuen "Antifaschistischen Initiative Leonberg" ist es am Samstagnachmittag zu einem gewalttätigen Übergriff mutmaßlich rechtsextremer Störer gekommen. Fünf junge Männer, die unter anderem mit Baseballschlägern und Reizgasspray bewaffnet waren, sind von der Polizei kurzerhand festgenommen worden. Sie sollen zuvor mit Bierflaschen einen Antifa-Infostand in der Römerstraße beworfen haben.

Wie die Polizei bestätigt, hat am Samstag eine neue linke Gruppe junger Leonberger mit einer kleinen Kundgebung vor der Römergalerie versucht, auf das nach ihrer Ansicht immer forschere Auftreten gewalttätiger Neonazis im Altkreis aufmerksam zu machen. Name und Gesicht zeigten die Nazigegner gegenüber der Zeitung nicht. Auch der Informationsstand und eine zuvor angemeldete Kundgebung waren nicht beworben worden.

Die jungen Linken wollen darauf hinweisen, dass es sich eben nicht um harmlose Schlägereien unter Jugendlichen handelt, wenn rechtsextremistische Jugendliche andere verprügeln - so geschehen bei verschiedenen Sommerfesten in den vergangenen Jahren in Rutesheim und Weissach. So hätte auch in diesem Jahr eine Gruppe von etwa 25 gewaltbereiten Rechten das Rutesheimer Stadtfest dominiert. Vor zwei Jahren hatte es bei einer Schlägerei hier Schwerverletzte gegeben - darunter auch eine Polizistin.

Am vergangenen Samstag sei wohl eher durch Zufall ein Neonazi auf die kleine Kundgebung vor der Römergalerie aufmerksam geworden. Binnen einer halben Stunde kam er mit einem anderen Kumpel zurück und beschimpfte die knapp 20 Antifaschisten. Dann wurde eine Rednerin mit Bierflaschen beworfen, berichten die Antifaschisten. Danach stürmte eine mit Baseballschlägern und Reizgas bewaffnete Neonazi-Gang auf die Versammlung zu.

Da sich aber offensichtlich die Neonazis selbst mit dem Gas außer Gefecht setzten, außerdem in Windeseile die zuvor sensibilisierte Polizei anwesend war, wurden fünf der Angreifer festgenommen. Nach Ermittlungen im Polizeirevier wurden sie wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die jungen Antifa-Aktivisten haben in Leonberg noch mehr vor: Sie denken dabei an ein Konzert und ähnliches. Ob sie den Kontakt zur demokratischen (Partei-) Öffentlichkeit suchen, vermochte gestern auf Nachfrage ein Sprecher der Initiative noch nicht zu sagen: "Man hat aber gesehen, wie notwendig der Kampf gegen rechts in Leonberg ist."
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